Core-Schamanismus

Was ist Schamanismus?

Schamanismus – Die älteste Problemlösungs- und Heiltradition der Welt. Seit mindestens 40.000 Jahren vermitteln Schamanen zwischen den Welten der Menschen und der Geister. Auf ihren Reisen in andere Wirklichkeiten mobilisieren sie Kraft und Wissen zum Wohle der Gemeinschaft.

Schamanismus ist ein weltweit praktizierter Weg des Wissens und die älteste Heilkunst der Geschichte. Im Dienste ihrer jeweiligen Gemeinschaften versetzen sich Schamanen und Schamaninnen absichtsvoll in einen veränderten Bewusstseinszustand, um die nicht-alltägliche Wirklichkeit zu betreten. Dadurch sind sie in der Lage, zwischen der Welt der Menschen und der Welt der Geister zu vermitteln.

Mit Kraft und Wissen wohlwollender Geister ausgestattet, können Schamanen Heilung unterstützen, Antworten bzw. Lösungen finden und ein Gleichgewicht herstellen, wo dieses aus der Balance geraten ist. Es ist ihre Aufgabe, die spirituelle, immaterielle Seite unserer Realität – die nicht-alltägliche Wirklichkeit – zu erforschen. Sie machen deren Potenziale zum Wohle der Gemeinschaft nutzbar.

Natur und Geister

Geister sind immaterielle Wesen, die über spezifische Kräfte und Qualitäten verfügen. Darunter zählen Krafttiere und Lehrer zu den bedingungslos wohlwollenden Geistern, mit denen Schamanen/innen arbeiten. Diese glauben nicht an Geister, sondern wissen aus eigener, unmittelbarer Erfahrung, dass diese real sind. Die Grunderkenntnis lautet: Wir sind nicht allein.

Viele indigene und traditionelle Kulturen nehmen die gesamte Natur als belebt wahr. Nicht nur Menschen, Tiere und Pflanzen gelten als lebendig und beseelt, sondern auch Steine, Elemente, Landschaften oder Himmelskörper. Sie alle sind miteinander verbunden und besitzen spirituelle Kraft.

Spirituelle Kraft gilt als zentrales Agens im Schamanismus: Schaman/innen handeln im Auftrag ihrer KlientInnen oder ihrer Gemeinschaft und begeben sich reisend in der nicht-alltäglichen Wirklichkeit auf die Suche nach einer für das vorab definierte Anliegen spezifischen Kraft. Zurück in der alltäglichen Wirklichkeit manifestieren und mobilisieren sie die entsprechende Kraft. Damit setzen sie einen Impuls, der die weitere Entwicklung und Heilung für das betreffende Anliegen in Gang setzt.

Der schamanische Kosmos setzt sich aus drei Welten zusammen: Obere, Mittlere und Untere Welt, wobei die Mittlere Welt unser alltägliches Universum und dessen nicht-alltäglichen Aspekt umfasst, während Obere und Untere Welt ausschließlich immateriell sind. Schamanen und Schamaninnen sind Experten/innen der Navigation in der nicht-alltäglichen Wirklichkeit. Sie wissen, welche Geister sie für welche Arbeiten kontaktieren müssen und wie sich dieser Kontakt sicher, effizient und vertrauensvoll bewerkstelligen lässt. Dazu pflegen sie respektvolle Beziehungen zu ihren Partner/innen – den Geistern.

Wozu Schamanismus im 21. Jahrhundert?

Das Wort „Schamane“ ist aus der Sprache der Tungusen, einer sibirischen Kultur, entlehnt. Doch die unter Schamanismus gefassten Systeme bezeichnen heute universelle, weltweit bekannte Prinzipien und Praktiken. Mit einem Alter von mindesten 40.000 Jahren ist es die längste ausgeübte und am besten erprobte Heiltradition der Welt.

Es gibt einen wesentlichen Grund, warum die schamanische Arbeit nicht nur auf allen Kontinenten überlebt hat, sondern zudem in vielen Kulturen eine wahre Renaissance erfährt: Sie funktioniert. Schamanismus wurde im Laufe der Zeit empirisch erprobt.

Selbstverständlich sind die Fragestellungen heute anders als damals, die Herausforderungen, denen wir uns im 21. Jahrhundert stellen müssen, jedoch nicht geringer: Klimawandel, Pandemien, politische Auseinandersetzungen, etc. – all diese Phänomene zwingen uns zu nachhaltiger Veränderung. Das Ziel der Schamanen und Schamaninnen war und ist es, das Überleben der Gemeinschaft zu garantieren – und die notwenigen Transformationsprozesse einzuleiten bzw. zu begleiten. Dies war früher auf lokaler Ebene so; und es ist auch heute noch so – einzig, ist die interkulturelle und globale Dimension hinzugekommen.

Wie kann uns schamanische Arbeit konkret nutzen?

  • Divination: Die Befragung der Geister liefert maßgeschneiderte, holistische Lösungsansätze für alltägliche wie spirituelle Probleme und Antworten auf unsere Fragen.
  • Heilung: Schamanen und Schamaninnen mobilisieren Kraft, die auch Außergewöhnliches ermöglicht. Zusammen mit den mitfühlenden Geistern unterstützen sie Hilfesuchende mittels spiritueller Arbeit in ihrem Heilungsprozess.
  • Kraft: Wer über Kraft verfügt, ist voller Zuversicht, Vitalität und Freude. Im Vollbesitz seiner Kraft zu sein, bedeutet gesund zu sein.
  • Gleichgewicht: Indem sie spirituelles Wissen und Kraft zur Verfügung stellen, bringen SchamanInnen aus dem Gleichgewicht, was aus der Balance geraten ist. Sie überwinden Widerspruch, Konflikt und Auseinandersetzung, und suchen das Integrative, das gemeinsame Ganze.
  • Übergänge: SchamanInnen begleiten wichtige Übergänge und gesellschaftliche Ereignisse (etwa Geburt, Heirat oder Tod). Sie finden Wege, das Überleben ihrer Gemeinschaft zu sichern, auch in schwierigen Zeiten und Krisen.
  • Ökologie: Die Arbeit in der nicht-alltäglichen Welt hilft, ökologische Zusammenhänge zu verstehen, die bisher verborgen waren. Neue Lösungen mit dramatischem Potential für Natur und Umwelt werden greifbar.

Schamanische Reise und verändertes Bewusstsein

Es existiert eine große Vielfalt an Methoden und Techniken, um Geister entweder in die Mittlere Welt zu rufen oder sie in der nicht-alltäglichen Wirklichkeit der drei Welten zu konsultieren. In letzterem Fall begibt sich der/die Praktizierende willentlich auf eine schamanische Reise: Mit Absicht versehen, bewusst, kontrolliert und zielgerichtet navigieren Schamanen/innen dabei durch die nicht-alltägliche Wirklichkeit, um dort nach spiritueller Unterstützung und ganzheitlichen Lösungen für Gesundheit und Gleichgewicht zu suchen.

Trommeln gehören zu den wichtigsten Werkzeugen, um den dafür notwendigen, schamanischen Bewusstseinszustand zu erreichen. Bei weitem die meisten SchamanInnen der Welt verwenden keine psychotropen Pflanzen, sondern den sogenannten akustischen Antrieb (sonic driving). Gleichbleibende, monotone Trommelschläge, etwa 205 bis 220 Schläge pro Minute oder 4 bis 7 Schläge pro Sekunde, gelten als ideal. Denn diese Frequenz entspricht den Theta-Wellen des menschlichen Gehirns. Ebenfalls häufig zum Einsatz kommen Rasseln, Maultrommeln, Zimbeln, Glocken, Schlaghölzer, Gesänge oder Tänze.

Was ist Core-Schamanismus?

Core-Schamanismus (Kernschamanismus) besteht aus den transkulturell bzw. universell beobachtbaren Prinzipien und Techniken des Schamanismus. Es handelt sich um ein kohärentes System, das terminologisch sowie konzeptionell einheitlich ist und weltweit unterrichtet wird. Core-Schamanismus basiert auf der jahrzehntelangen Forschung des Anthropologen Michael Harner und seiner Weggefährten/innen bzw. Nachfolger/innen.

Core-Schamanismus bietet einen praxisorientierten und auf das Wesentliche konzentrierten Zugang zur schamanischen Arbeit. Er ist nicht an eine bestimmte kulturelle Gruppe oder Perspektive gebunden. Vielmehr ermöglicht der Core-Schamanismus insbesondere jenen Menschen, die ihre schamanischen Wurzeln verloren haben (wie so viele im sogenannten Westen), wieder an diese anzuknüpfen. Er ist damit ein hervorragender Weg, Zugang zum eigenen spirituellen Erbe zu erhalten und diesen Prozess selbstbestimmt sowie spirituell unabhängig zu gestalten.

Core-Schamanismus wird durch die Foundation for Shamanic Studies mittels qualitativ hochwertiger sowie professioneller Seminare und Ausbildungsprogramme gelehrt und verbreitet – in Nordamerika seit mehr als 40, in Europa seit rund 35 Jahren. Damit verhilft diese junge Tradition jährlich tausenden Menschen westlicher und anderer Kulturen, Schamanismus neu zu beleben.

Der erste Schritt in den Core-Schamanismus bietet physisch das Basis-Seminar „Der Weg des Schamanen®“ oder online das Einstiegsseminar „Die schamanische Reise zu Kraft und Wissen“. Beides sind erfahrungsorientierte und praxisnahe Einführungen.