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Kreise der Kraft - Core-schamanische Trommelgruppen
Mit diesem Artikel sollen Erfahrungswerte aus mehr als 40 Jahren Trommelgruppenarbeit im Kontext der Foundation for Shamanic Studies Europe (FSSE) zur Verfügung gestellt werden. Beschrieben wird nicht der einzige Weg, Trommelgruppen durchzuführen – sehr wohl aber einer, der sich über die Jahre hinweg in unterschiedlichen europäischen Ländern (und darüber hinaus) bewährt hat.
Es wird hier von core-schamanischen Trommelgruppen gesprochen. Voraussetzungen zur Teilnahme ist zumindest die Absolvierung des Basisseminars der FSS(E). Dies dient der Sicherheit und Qualität gleichermaßen. Es wird dadurch garantiert, dass die Teilnehmenden ein gemeinsames Verständnis der Materie haben und methodisch präzise arbeiten.
Die folgenden Abschnitte sollen Orientierung geben – jenen, die eine Trommelgruppe gründen genauso wie jenen, die ihre Praxis weiterentwickeln möchten. Die Ausführungen enthalten Erfahrungswerte und relevante Reflexionsfragen (kursiv gesetzt). Zusätzlich werden einige ergänzende Aspekte behandelt.
Was sind Trommelgruppen?
Trommelgruppen sind Gruppen von schamanisch Praktizierenden, die sich mehr oder weniger regelmäßig treffen, um gemeinsam schamanisch zu arbeiten. Sie können als eine Art westliches Pendant zum gemeinschaftlichen Kontext schamanischer Kulturen verstanden werden. Zusammen mit Einzelsitzungen bilden Trommelgruppen das Fundament schamanischer Praxis in Europa.
Es ist grundsätzlich zwischen sogenannten offenen und geschlossenen Trommelgruppen zu unterscheiden:
Offene Trommelgruppen verfügen meist über eine eindeutige, nicht wechselnde Leitung. Die Teilnehmer:innen variieren. In der Regel wird eine Gebühr für den Besuch eingehoben. Die Austauschbeziehungen zwischen den Teilnehmer:innen sind tendenziell oberflächlicher, die Verbindlichkeit gering. Der zentrale Kristallisationspunkt ist die Leitungsperson. Aufgrund der Konstitution offener Gruppen kann es vorkommen, dass Menschen teilnehmen, die man selbst nicht kennt. Insbesondere hier empfiehlt es sich, eindeutige Voraussetzungen zu definieren. Wir empfehlen, „Zuschauer und Zuschauerinnen“ – also Menschen, „die einfach neugierig sind und wissen möchten, wie denn so etwas abläuft“ – nicht zuzulassen.
Geschlossene Trommelgruppen haben einen fixen Teilnehmer:innenkreis. Die Leitung der einzelnen Abende kann wechseln. Üblicherweise wird die Raummiete unter den Mitgliedern aufgeteilt. Niemand bekommt ein Honorar, die Beziehungen unter den Teilnehmer:innen sind auf Augenhöhe. Aufgrund der Kontinuität dieser Gruppen entstehen mitunter sehr enge Verbindungen. Geschlossene Trommelgruppen gleichen einer „schamanischen Familie“, einem „Stamm“. Sie sind eine Gemeinschaft Gleichgesinnter.
Gemeinschaft meint in diesem Zusammenhang
- Eine Gemeinschaft ist mehr als die Summe der einzelnen Mitglieder: Trommelgruppen sind als Organismen und Gemeinschaften zu verstehen, die aktiv mit spiritueller Kraft arbeiten.
- Es kommt auf jede Einzelne und jeden Einzelnen an: Jede Arbeit steht und fällt mit dem Beitrag jedes Gruppenmitglieds.
- Jede:r ist gleich wichtig: Es kommt nicht auf die Rolle an, die man in einer bestimmten Arbeit – oder auch in der Gruppe – hat, sondern darauf, dass man den eigenen Beitrag leistet.
- Die Gemeinschaft ist wichtiger als das Individuum. Das heißt, es geht nicht um einen Eigennutzen, sondern um das Wohl der anderen bzw. des größeren Ganzen. Demut, Zurückhaltung und eine Haltung des Dienens sind wichtige Tugenden.
Trommelgruppen sind Praxisformate, keine Lehrveranstaltungen oder Seminare. Die Weitergabe von Inhalten und Methoden aus Formaten der FSS(E) – egal, ob Basis- und Fortgeschrittenen-Seminare, Ein- oder Dreijahresprogramm – ist nicht erlaubt. Eine Missachtung dieses Prinzips kann rechtliche Folgen nach sich ziehen.
Entsprechend werden in Trommelgruppen keine Methoden oder Inhalte gelehrt, sondern Erlerntes praktisch angewandt. Das Spektrum der Arbeiten ist breit und reicht von der Anwendung divinatorischer Techniken über Sitzungen für Klientinnen und Klienten bis hin zu Gruppenarbeiten.
Um sinnhaft, sicher und effektiv schamanisch praktizieren zu können, müssen alle Mitglieder der Trommelgruppe über Grundkenntnisse verfügen. Das Basisseminar der FSS(E) ist als diesbezüglicher – international vergleichbarer und nachvollziehbarer – Mindeststandard zu verstehen. Jene, die Arbeiten anleiten, sollten über profunde Kenntnisse und veritable Erfahrung in der schamanischen Arbeit verfügen. Ist dies nicht gegeben, ist eine Person, die diese Voraussetzungen mitbringt, hinzuziehen.
Trommelgruppen sind der ideale Rahmen dafür, persönliche oder auch gemeinsame Anliegen mit schamanischen Mitteln zu bearbeiten. Diese können von der Gruppe oder aber auch von Klientinnen und Klienten eingebracht werden. Es ist auf Geradlinigkeit, Reduktion auf das Wesentlichste, Seriosität, die Einhaltung ethischer Prinzipien und höchstmögliche Professionalität Wert zu legen. Ob von Klientinnen bzw. Klienten ein Honorar verlangt wird, obliegt der Trommelgruppe. Bewährt hat sich, die Möglichkeit für freiwillige Spenden zur Finanzierung der Raummiete zu eröffnen. Allgemein ist zu betonen, dass Trommelgruppen eine spezifische Form der schamanischen Arbeit darstellen, in deren Zentrum die Gemeinschaft steht – und nicht als Einnahmequelle missverstanden werden sollten.
Zentrale Fragen:
- Wollen wir eine offene oder eine geschlossene Trommelgruppe?
- Wer kann teilnehmen? Welche Zugangsvoraussetzungen existieren?
- Ist die Trommelgruppe offen für Klientinnen und Klienten?
Praktische Organisation
Regelmäßige Treffen sind für den Bestand einer Trommelgruppe wesentlich. Die Intervalle reichen von 2 Wochen bis 3 Monate; der häufigste Fall ist monatlich. Auch die zeitliche Struktur variiert. Üblich sind um die 3 Stunden abends, an einem Wochentag – auch weil dies gut mit beruflichen und privaten Verpflichtungen vereinbar ist.
Wichtig ist ein geeigneter Raum. Dieser sollte ungestört sein und für die Zeit der Trommelgruppe uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Es ist zudem darauf zu achten, dass sich durch das Trommeln und etwaig andere Geräusche (z.B. während der Pausen) niemand belästigt fühlt.
Trommelgruppen im Freien anzubieten, ist nur bedingt bzw. nur punktuell zu empfehlen. Es sollen sichere Erfahrungen gemacht werden. Dies hat oberste Priorität.
Trommelgruppen bedürfen einer gewissen Organisation: Eine Person übernimmt die organisatorische Koordination, fungiert als Schnittstelle zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie zu Vermieterinnen bzw. Vermietern und kümmert sich um die Finanzen. Hier ist auf Klarheit und Transparenz zu achten.
In Bezug auf die schamanische Arbeit ist darauf zu achten, zumindest während der Anfangsphase, eine:n versierte:n schamanisch Praktizierende:n in der Gruppe zu haben, der/die fachliche Autorität besitzt, für Orientierung sorgt und eine Ansprechperson in schamanischen Belangen darstellt. Diese Person muss profund ausgebildet sein und auch mit komplexen oder schwierigen Situationen kompetent umgehen können. Mit zunehmender Dauer und Erfahrung aller Mitglieder sowie einer Intensivierung der Beziehungen kann – und soll – sich diese Funktion auf mehrere bis alle Mitglieder aufteilen: Jeder Abend wird von jemand anderem vorbereitet, moderiert und angeleitet. Dies schafft eine Atmosphäre des genuinen Miteinanders, der geteilten Verantwortung und Möglichkeiten, Erfahrungen in verschiedenen Rollen zu sammeln.
Zentrale Fragen:
- Wie oft soll die Trommelgruppe stattfinden?
- Wo befindet sich ein geeigneter Raum? Was macht einen geeigneten Raum aus?
- Wie werden die Kosten geteilt? Wie werden diese eingesammelt? Wer kümmert sich um die finanzielle bzw. um die allgemeine Organisation?
- Wer übernimmt den organisatorischen Lead und koordiniert die Trommelgruppe?
- Wer übernimmt (vorübergehend) den fachlichen Lead? Wer sorgt für die fachliche Güte der Trommelgruppe?
Struktur und Inhalte
Der konkrete Ablauf von Trommelgruppen ist variabel.
Thematisch sind keine Grenzen gesetzt. Oftmals werden Themen aus der Gruppe oder saisonale Themen (z.B. Sonnenwenden, Jahreszeiten, besondere Feste im Jahreskreis etc.) bearbeitet.
Wichtig ist, dass jeder Abend gut vorbereitet ist. Das bedeutet, dass eine Person (unter Einbeziehung anderer Mitglieder) das Programm entwirft, für die Moderation sorgt und die Arbeiten anleitet. Je präziser die Vorbereitung und je klarer die Moderation, desto besser kann Kraft gehalten und mit Kraft gearbeitet werden.
Für eine Abendeinheit von circa 3 Stunden hat sich der folgende prototypische Ablauf bewährt:
1. Einleitung
- Willkommen und Organisatorisches – samt Überblick über das Programm des Abends, vereinbarte Rahmenbedingungen und Regeln
- Kraft aufbauen
- Kreis – „I circle around“ – Geister rufen
- Krafttiertanz
2. Divinatorische Arbeit zu einem aktuellen Thema
Die Mitglieder der Trommelgruppe sollen fortlaufend ihre Wahrnehmung der nicht-alltäglichen Wirklichkeit schärfen und die Kommunikation mit ihren Verbündeten weiterentwickeln. Ergebnisse sollen auf die Essenz reduziert und etwaige Antworten an potenzielle Klientinnen und Klienten in angepasster Form übermittelt werden.
Inhalte divinatorischer Arbeit können aktuelle Themen oder konkrete Fragestellungen betreffen, genauso wie Forschungsreisen oder, falls genug Zeit vorhanden ist, divinatorische Arbeiten für das Anliegen eines Partners / einer Partnerin.
3. Schamanische Arbeit für Klientinnen und Klienten
Schamanische Arbeiten können für Klientinnen und Klienten aus der Gruppe, vor allem aber auch von außerhalb gemacht werden. Durch die gemeinsame Arbeit wird wichtige praktische Erfahrung gesammelt.
Zu beachten ist, dass man sich im Schamanismus um den spirituellen Aspekt des Menschen, seine Seele, kümmert. Es werden keine Diagnosen gestellt und keine Therapie angeboten. Die medizinischen und psychologischen Anteile überlassen wir den jeweiligen formal ausgebildeten und gesetzlich legitimierten Expertinnen und Experten. Gleichzeitig ist unsere Grundhaltung auf Komplementarität und Kooperation ausgerichtet. Das heißt, wir arbeiten zum Wohle der Klientin und des Klienten gerne mit Vertreter:innen anderer Gesundheitsdisziplinen zusammen.
Klientinnen und Klienten sollen gut auf die Trommelgruppe vorbereitet werden. Sie sollen nicht in Schamanismus unterrichtet werden, sondern ein Gefühl dafür entwickeln, was sie zu erwarten haben (also: Wie läuft eine Trommelgruppe ab? Was wird getan? Was muss ich tun?)
Diejenige Person, die den Klienten bzw. die Klientin mitbringt, fungiert als Kontaktperson. Sie übernimmt die Vor- und Nachbereitung. Auch während der Trommelgruppe achtet diese Person auf das Wohl des Klienten bzw. der Klientin.
Den Klientinnen und Klienten ist absolute Vertraulichkeit und Verschwiegenheit zuzusichern.
Der Ablauf einer Sitzung für Klientinnen und Klienten könnte folgendermaßen aussehen:
Zu Beginn skizzieren die Klientinnen bzw. Klienten in wenigen Worten ihr Anliegen und definieren dieses. Dann folgt die divinatorische Reise zu einem transzendierten mitfühlenden Geist, um Antworten auf das Anliegen der Klientin / des Klienten in Erfahrung zu bringen. Die identifizierten Informationen werden übermittelt und ein Ablaufplan wird erstellt (Was ist wann von wem wie zu tun?). Letztlich erfolgt die Umsetzung etwaiger Interventionen durch jene schamanisch Praktizierende, die die erforderlichen methodischen Qualifikationen mitbringen. Ein formeller Abschluss und ein kurzer informeller Austausch runden die Arbeit ab.
Ein:e schamanisch Praktizierende:r koordiniert und strukturiert den Prozess. Er/sie bindet die Klientinnen und Klienten ein, sorgt für eine effiziente Übermittlung relevanter Informationen und garantiert, dass Interventionen sicher und technisch einwandfrei durchgeführt werden.
4. Gruppenarbeit und Abschluss
Nach der divinatorischen bzw. Klientinnen-/Klientenarbeit hat sich die Durchführung einer Arbeit in der Gesamtgruppe – z.B. in Bezug zum „Thema des Abends“ – bewährt. Dies bündelt noch einmal die Kraft und stärkt das Gruppengefüge.
Am Ende wird der Kreis nochmals geschlossen, den Geistern und Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmern gedankt und ein Lied gesungen.
Zwischen oder nach diesen Elementen sollte eine – circa 30-minütige – Pause eingelegt werden. Jede Person nimmt eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken mit. Alles wird gemeinsam verzehrt. Dies bildet einen Rahmen für wichtigen informellen Austausch und nährt auch die Gemeinschaft.
Zentrale Fragen:
- Wie schaut die Struktur eines prototypischen Abends in unserer Trommelgruppe aus?
- Welche Themen beschäftigen uns? Was ist uns wichtig?
- Welchen jahreszeitlichen oder anderweitig zyklischen Phänomenen möchten wir Raum geben?
- Wie gehen wir vor, wenn Klientinnen / Klienten kommen? Wer macht was? Wie können wir gewährleisten, dass sich die Klientinnen und Klienten sicher und willkommen fühlen, und gleichzeitig die schamanische Arbeit effektiv geleistet werden kann?
- Was möchten wir als Gruppe für uns selbst tun?
- Was gehört nicht in die Trommelgruppe? Was soll hier keinen Platz haben?
Variante: Online-Trommelgruppen
Voraussetzung zur Teilnahme ist die Absolvierung des Online-Einführungsseminars „Die schamanische Reise zu Kraft und Wissen“ oder des Präsenz-Basisseminars „Der Weg des Schamanen“.
Zeitlich haben sich monatlich zwei Stunden, abends und an einem Wochentag, bewährt.
Es gelten die allgemeinen Prinzipien für Trommelgruppen, wie oben beschrieben. Aufgrund der virtuellen Umgebung sind folgende zusätzliche Aspekte zu berücksichtigen:
- Sicherheit für die Teilnehmer:innen und Souveränität im Handeln genießen auch hier oberste Priorität.
- Für eine fokussierte Umsetzung der Trommelgruppe ist ein ungestörter Raum nötig. Dies gilt für die Online-Umgebung ebenso wie für jene in Präsenz.
- Die Meeting-Settings sind je nach Programm, Erfordernis und Notwendigkeit zu definieren.
- Der Host muss die verwendete Software sicher bedienen können. Entsprechende technische Einführungen sind selbstständig zu organisieren; dies gehört zur Verantwortung des Hosts.
- Host ist jene Person, die (an diesem Abend) die Trommelgruppe leitet. Sie bedient unter anderem die digitalisierten Trommelrhythmen und managt Austauschsequenzen und break-out rooms. Werden Instrumente oder Gesang live eingesetzt, ist zu Beginn des Meetings „Original Sound“ zu aktivieren. Das technische Session Management kann mitunter auch von einem „Tech-Host“ übernommen werden.
- Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind angehalten, bestimmte Verhaltensregeln zu befolgen. Diesbezüglich kann die „Meeting Etiquette“ der FSS als Orientierungslinie gelten.
- Break-out rooms bieten eine gute Möglichkeit, um in Kleingruppen zu arbeiten. Die koordinativ tätige Person bleibt immer im Hauptraum, um für etwaige Fragen oder Interventionen zur Verfügung zu stehen.
Inhaltlich liegt der Fokus eindeutig auf divinatorischer Arbeit.
Netzwerke
Die FSSE unterstützt die überregionale Vernetzung von Trommelgruppen.
Damit möchten wir einen Beitrag zur Bildung von Gemeinschaften schamanisch Praktizierender leisten und Räume zum Erfahrungsaustausch eröffnen. Das Ziel ist, dass alle bei Trommelgruppen Beteiligten – die schamanisch Praktizierenden genauso wie potenzielle Klientinnen und Klienten – höchstmögliche Qualität bekommen.
Zu diesem Zweck organisieren wir Vernetzungstreffen für Trommelgruppen oder Trommelgruppenleiter:innen.
Zusätzlich verfügt die Foundation for Shamanic Studies Europe über eine Liste von Trommelgruppen. Auf Anfrage von Klientinnen und Klienten oder schamanisch Praktizierenden verweisen wir gerne an Trommelgruppen.
In die Liste werden ausschließlich core-schamanische Trommelgruppen aufgenommen, die sich zur Einhaltung der in diesem Artikel ausgeführten Richtlinien verpflichten.
Bei Interesse zur Aufnahme in die Liste, zu Vernetzung mit anderen Trommelgruppen oder auch der Organisation eines Trommelgruppentreffens ersuchen wir um Kontaktaufnahme unter office@shamanicstudies.net.
Zum Schluss: Eine Frage der Haltung
Für Trommelgruppen gelten dieselben Prinzipien wie auch sonst in der schamanischen Arbeit:
- Keine Arbeit ohne expliziten Auftrag. Dies gilt für sämtliche Arten der Arbeit, inklusive Divination.
- „Mach nur das, was du kannst und wofür du qualifiziert bist.“ Profundes Handwerk ist die Voraussetzung für gute Arbeit.
- Von Erwartungshaltungen, Leistungsdruck oder gar Wettbewerbsverhalten sollte man sich befreien. Man muss nicht „alles sofort erledigen“. Man arbeitet so weit, wie man kommt.
- Nicht die schamanisch Praktizierenden – mit ihrer persönlichen Erfahrung oder ihrem eigenen Wissen – sind die zentralen Instanzen im Schamanismus, sondern die Geister.
- Entsprechend kommen die Informationen, was zu tun ist, von den Geistern.
- Schamanisch Praktizierende versuchen bestmöglich, durch Zurückhaltung und Reduktion eigener Anteile die Geister bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Sie mischen sich nicht ein, sondern dirigieren im Sinne eines „hohlen Knochens“ – die Kraft dorthin, wo sie benötigt wird.
Trommelgruppen sind kein Platz für Selbstinszenierungen, Überhöhungen oder gar Spektakel – sondern Orte, an denen die Kraft der Gruppe und der Dienst an der Gemeinschaft im Vordergrund stehen. Wir danken allen herzlich, die sich diesen Prinzipien verschreiben!
Quellen
[1] Siehe dazu auch Mokelke, Susan (2007): Effective Core Shamanic Drumming Circles. Vol. 20, No. 1. https://www.shamanism.org/effective-core-shamanic-drumming-circles/ (Zugriff am 12.02.2026).
Mag. Roland Urban ist Geschäftsführer der Foundation for Shamanic Studies Europe.
Bildnachweis: Minka von Kries